generalisierte angststörung – 6b00
soziale angststörung – 6b04
panikstörung – 6b01
Es gibt einen Prozess, den man von außen oft nicht sieht: Wie das Leben Stück für Stück schrumpft. Heute stehe ich an einem Punkt, an dem ich fast komplett isoliert bin. Mein Zuhause ist mein einziger Schutzraum, und jede Schwelle, die nach draußen führt, fühlt sich an wie eine unüberwindbare Barriere.
Ein Radius, der an der Haustür endet
Wenn ich es überhaupt schaffe, die Sicherheit meiner Wohnung zu verlassen, dann niemals allein. Mein Assistenzhund ist mein Anker, mein Orientierungspunkt und meine Handlungsfähigkeit auf vier Pfoten. Ohne ihn wäre ich draußen verloren.
Doch selbst mit ihm sind die Grenzen eng gezogen:
Die Barriere im Kopf: Sogar das Telefon ist ein Feind. Besonders bei Ämtern blockiere ich völlig; die Angst ist dort einfach zu mächtig.
Menschenmengen und öffentliche Orte: Seit über fünf Jahren meide ich sie komplett.
Alltagserledigungen: Einkaufen oder Behördengänge? Für mich allein ein Ding der Unmöglichkeit.
Mein Zuhause – Eine Festung mit Regeln
Sogar in meinen eigenen vier Wänden ist die Angst präsent. Handwerker oder Bekannte können nicht einfach eintreten. Ich muss sie oft erst mühsam außerhalb der Wohnung „beschnuppern“, bevor sie meine Türschwelle überschreiten dürfen.
Besonders hart trifft es mich bei der medizinischen Versorgung. Berührungen im Kopf- oder Halsbereich sind für mich unerträglich, und männliche Ärzte lösen solche Panik aus, dass lebenswichtige Behandlungen – sei es beim Zahnarzt oder Optiker – oft schlichtweg nicht stattfinden können.
Die Last auf vielen Schultern
Hinter den Diagnosen – Soziale Angst, Panikstörung, Generalisierte Angststörung – steht ein Mensch, der versucht, die Kontrolle über die eigenen Impulse und die emotionale Instabilität nicht zu verlieren.
In diesem Kampf bin ich nicht allein, aber das macht es nicht immer leichter. Mein Partner managt fast alle meine Kontakte zur Außenwelt. Er ist mein Lebensanker, doch ich sehe auch die enorme Last, die er trägt. Es ist eine Verantwortung, die oft über die Kräfte eines Einzelnen hinausgeht.
Mein Fazit: Ich brauche Hilfe, um Platz zu finden
Diesen Text zu schreiben, ist ein Teil meines Weges. Ich merke immer deutlicher: Um in dieser Welt überhaupt noch einen Platz finden zu können, brauche ich umfassende, professionelle Hilfe. Die Mauern sind zu hoch geworden, um sie allein einzureißen.
„Hier findest du keine Heilversprechen, aber das Versprechen, dass du nicht alleine bist.“


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