6b41 – 6b82 – 6a71 – 6a73 – 6b04 – 6b00 – 6b01 – 6b6z – 6d10.z – 6c7z – 7b2z

Schlagwort: angst

  • wenn das leben wehtut: warum wir uns manchmal selbst schaden

    wenn das leben wehtut: warum wir uns manchmal selbst schaden

    selbstverletzendes und selbstschädigendes verhalten


    Wir alle haben Strategien, um mit Stress oder Schmerz umzugehen. Doch was passiert, wenn diese Strategien gegen uns selbst gerichtet sind? Oft beginnt es schleichend – mit einer Zigarette mehr, dem riskanten Fahrstil oder dem Griff zum Alkohol.

    Hinter „riskantem Verhalten“ steckt oft viel mehr als nur Leichtsinn. Es ist ein unbewusster Schrei nach Entlastung.

    riskantes verhalten kann als selbstschädigend betrachtet werden, da es zu körperlichen, emotionalen und sozialen schäden führen kann. risikoverhalten bezieht sich auf verhaltensweisen, die bewusst oder unbewusst ein hohes risiko für verletzungen, krankheiten oder andere negative folgen bergen.

    einige beispiele für riskantes verhalten, das als selbstschädigend betrachtet werden kann, sind:

    • rauchen von zigaretten oder tabakprodukten,
    • die das risiko von herz-kreislauf-erkrankungen, krebs und anderen gesundheitlichen problemen erhöhen können.
    • fahren unter dem einfluss von alkohol oder drogen, was zu unfällen, verletzungen und sogar zum tod führen kann.
    • unprotected sex, dass das risiko von sexuell übertragbaren krankheiten und ungewollten schwangerschaften erhöht.
    • übermäßiger alkoholkonsum, der zu lebererkrankungen, herzproblemen und anderen gesundheitlichen problemen führen kann.
    • extremsportarten und andere aktivitäten mit hohem verletzungsrisiko, die zu körperlichen verletzungen und sogar zum tod führen können.

    insgesamt kann riskantes verhalten zu einer beeinträchtigten lebensqualität, beziehungsproblemen, arbeitsplatzproblemen und anderen schwierigkeiten führen. es ist wichtig, dass menschen, die riskantes verhalten zeigen, professionelle hilfe suchen, um ihr verhalten zu ändern und ihre lebensqualität zu verbessern.

    „Sucht als Schutzschild: Wenn das Verlangen stärker ist als die Selbstfürsorge“

    „sucht“ kann als selbstschädigendes verhalten betrachtet werden, da es sich um ein verhalten handelt, das zu körperlichen, psychischen und sozialen schäden führen kann. sucht bezieht sich auf eine abhängigkeit von einer substanz oder einem verhalten, die dazu führt, dass eine person ihr verhalten trotz negativer konsequenzen fortsetzt.

    einige beispiele für selbstschädigendes verhalten im zusammenhang mit sucht sind:

    • alkohol- und drogenmissbrauch, der zu lebererkrankungen, herzproblemen, gedächtnisverlust und anderen gesundheitlichen problemen führen kann.
    • glücksspielsucht, die zu finanziellen schwierigkeiten und emotionalen belastungen führen kann.
    • internetabhängigkeit, die zu sozialer isolation, schlafstörungen und anderen problemen führen kann.
    • essstörungen, wie z.b. anorexie oder bulimie, die zu körperlichen schäden und ernährungsbedingten krankheiten führen können.

    insgesamt kann selbstschädigendes verhalten im zusammenhang mit sucht zu einer beeinträchtigten lebensqualität, beziehungsproblemen, arbeitsplatzproblemen und anderen schwierigkeiten führen. es ist wichtig, dass menschen, die von sucht betroffen sind, professionelle hilfe suchen, um ihre abhängigkeit zu überwinden und ihre lebensqualität zuverbessern.

    Wenn die Seele hungert: Essstörungen als stumme Begleiter

    besonders unter den frauen, welche an einer psychischen erkrankung erkrankt sind, kommen essstörungen hinzu. dabei handelt es sich zumeist um eine esssucht oder eine ess-brech-sucht. beides sind folgen des typischen impulsiven verhaltens, welches nicht kontrolliert werden kann.

    —– esssucht / fresssucht

    immer wieder hört man, dass menschen aus lauter frust essen. die tüte chips oder die tafel schokolade sind da weit verbreitet. damit sollen die unangenehmen gefühle, wie zum beispiel wut und ärger weggewischt werden.

    zum problem wird dieses verhalten jedoch, wenn dies der einzige weg ist, mit solchen gefühlen umzugehen. so kann das essen schnell zur sucht werden.

    man spricht von einer esssucht, wenn die folgenden punkte erfüllt sind:

    • essen ist zwanghaft und nicht kontrollierbar
    • essen, bis man umgangssprachlich platzt
    • das herunterschlingen von essen
    • essen, ohne dass man hunger hat
    • wiederkehrende fressanfälle. zwei davon pro woche über mindestens 6 monate
    • allein essen aus scham vor anderen
    • ekel nach dem essen, vor sich selbst und der nahrung
    • leiden an schuldgefühlen, depressionen oder selbstvorwürfen nach dem essen.

    —– ess brech sucht (bulimie)

    die fressattacken erfolgen mit meist leicht zu verzehrenden nahrungsmitteln, welche zusätzlich auch noch viel kalorien enthalten. zu einer bulimie gehört aber immer der gedanke, dass man möglichst dünn sein möchte. so wird nach den fressattacken, dass eben gegessene durch erbrechen oder abführmittel wieder abgeführt. fressattacken sind für die betroffenen nicht zu kontrollieren. es entsteht ein minderwertigkeitsgefühl und / oder ein gefühl der schwäche. dadurch entstehen immer wieder neue emotionelle krisen, welche dann wieder zu einer fressattacke führen.

    eine bulimie schädigt den körper des betroffenen sehr stark. es kommt zu kreislaufproblemen, herzproblemen, zu veränderungen in der speiseröhre und der magenschleimhaut und zu zahnschäden durch die magensäure. alle eventuellen schäden hier jetzt aufzuzählen, wäre zu lang und würde den rahmen sprengen.

     man spricht von einer bulimie, wenn:

    • keine kontrolle über sich während der einnahme der nahrungsmittel besteht
    • das gerade gegessene umgehend erbrochen oder durch andere mittel wieder abgeführt wird.
    • zweimal in der woche gegessen und gebrochen / abgeführt wird und dies über mindestens zwei monate

    —– magersucht (anorexie)

    nur in wenigen fällen wird bei betroffenen der persönlichkeitsstörung eine magersucht festgestellt. unter magersucht versteht man ein verhalten, welches ein zwanghaftes hungern auslöst. bei vielen menschen taucht immer wieder gedanke auf, dass man annehmen möchte oder sollte, da man ein gewichtsproblem hat. diese gedanken bestehen bei betroffenen dauerhaft. sie fühlen sich immer zu dick und zu unansehnlich.

    der magersüchtige hat aber tatsächlich hunger und auch ein hungergefühl. er zwingt sich aber immer dazu, nichts zu essen. eine magersucht kann zu vielen körperlichen problemen führen. zum beispiel:

    • ein gestörter hormonhaushalt
    • der blutdruck sinkt stark ab
    • die periode bleibt aus
    • der stoffwechsel geht auf sparflamme, da ihm nicht genügend nahrung zugeführt wird
    • es kann zur blutarmut kommen
    • depressionen und schlafstörungen

    eine magersucht ist häufig tödlich. fast jeder zehnte betroffener stirbt daran und selbst bei den übrigen bleiben zumeist dauerhafte schäden zurück.

    wir sprechen von einer magersucht, wenn:

    • das abnehmen nur allein durch das nichtessen und / oder abführen erfolgt
    • in sehr kürzer zeit mindestens 20 % des körpergewichts verloren werden
    • zu starkes und / oder übermäßiges trainieren

    die symptome der magersucht, sind:

    • das leben, sowie die gedanken und das handeln drehen sich nur ums körpergewicht
    • man muss im leben immer perfekt sein oder versucht es wenigstens zu sein
    • ständige angst das man zu dick ist
    • mangel an einsicht. es ist doch normal, dass man auf sein

    gewicht achtet, es aber nicht merkt, dass man schon viel zu dünn istein guter Freund oder freundin dir diese Geschichte erzählen würde – würdest du ihn / sie verurteilen? Wahrscheinlich nicht. Du hättest Mitgefühl. Versuche heute, dir selbst ein kleines bisschen von diesem Mitgefühl zu schenken. Du hast das Überleben geschafft – und das war bereits eine unglaubliche Leistung.

    —– binge eating

    binge-eating führt immer wieder periodisch zu fressattacken. das essen wird im gegensatz zur ess-brech- sucht danach nicht abgeführt.

    der betroffene kann mit diesem verhalten seine emotionalen bedürfnisse befriedigen. die gefühle wie trauer, einsamkeit, wut oder angst, werden dadurch für kurze seit in den hintergrund gestellt.

    anzeichen einer binge-eating-störung sind:

    • eine sättigung bleibt aus
    • schlingen von essen
    • die gefühle von schuld und scham nach der attacke
    • betroffene legen versteckte vorräte an

    Die große Frage nach dem „Warum“

    ein selbstschädigendes verhalten wird meist als krankhaft beschrieben. aber wiederum ist ein selbstschädigendes verhalten auch ein gesellschaftlich anerkanntes phänomen. wer würde denn den gang tätowieren oder das setzen piercings als selbstschädigendes verhalten ansehen! gleiches gilt auch beim alkohol, trinken oder dem rauchen. man sieht also, es gibt auch ein selbstschädigendes verhalten, welches nicht mit einer erkrankung verbunden ist.

    wo ziehen wir die grenzen?

    dies hängt zu großen teilen von der jeweiligen definition einer gesellschaft ab. es gibt zum beispiel menschen / personen und / oder völker, bei denen es normal ist, sich die haut an armen, beinen und gesicht einzuschneiden. bei uns wäre so ein verhalten schon eine definition von „krank“. aber so ein verhalten ist nur dann krankhaft, wenn man dies aus einem inneren zwang heraus betreibt. den zwang, sich selbst zu schädigen und damit bestimmte gefühle und / oder reaktionen zu erreichen.

    die hauptursache dieser zwänge ist immer eine psychische erkrankung. als hintergrund einer psychischen erkrankung steh bei den meisten betroffenen ein in der vergangenheit erlittener körperlicher, seelischer oder sexueller missbrauch, eine vernachlässigung und das nicht erlernen von gefühlen.

    äußere einflüsse und auch gefühle lösen bei den betroffenen ab einem bestimmten punkt (reizschwelle) den drang aus, sich selbst zu verletzten. für außenstehende ist es oft nicht zu verstehen und es mag auch bei den oft großen wunden nicht so aussehen, die betroffenen haben nicht die absicht, sich mit den verletzungen zu töten.

    wenn wunden sprechen!

    eine selbstschädigung kann oftmals auch ein hilferuf oder abel an andere sein. das selbstschädigende verhalten wird also als sprache verwendet, um sich anderen zu zuwenden. betroffene wollen sich so ihrer umwelt mitteilen, dass es dinge gibt, über die sich nicht oder noch nicht sprechen können oder weil es für sie einfach unmöglich ist, das erlebte in worte zu fassen. dieses verhalten sieht man oft nach einem krieg, einer vergewaltigung oder einem sexuellen missbrauch.

    Wenn Aufmerksamkeit zur Überlebensstrategie wird

    nach den selbstverletzungen bemerkt, der betroffene die reaktionen seiner umwelt. es besteht meist eine angst oder ein entsetzen und oftmals auch eine hilfsbereitschaft. die betroffenen nehmen die reaktionen genau wahr und nutzen sie oft auch zu ihren gunsten aus.

    zum beispiel:

    • „mir geht es heute ganz schlecht. ich ritze mich mal, dann wird sich um mich gekümmert.“

    so erzeugen betroffene eine aufmerksamkeit, welche ihnen sonst nicht zugetragen wird.

    Die letzte Schwelle: wenn das leben zur unerträglichen last wird

    das größtmögliche selbstschädigende verhalten ist das herbeiführen seines eigenen todes. besonders angehörige sollten dies immer im hinterkopf behalten.

    —– wann sollte man genau hinschauen?

    selbstmordgefährdung?

    man spricht von einer neigung zur selbsttötung, wenn:

    • gestiken auf eine selbsttötung hinweisen
    • ein eindeutiger todeswunsch besteht
    • es bereits zu versuchen einer selbsttötung gekommen ist
    • die gedanken sich ständig um selbsttötung oder die mittel drehen

    —– Wenn das „Nicht-mehr-Können“ zum Dauerzustand wird

    bei den betroffenen drehen sich die gedanken viel um den tod. wie wäre die welt ohne mich, was würden andere denken, wenn ich es mache, wie könnte ich es machen? solche denkweisen beherrschen das denken eines betroffenen immer zu.

    das denken an solche dinge kommt bestimmt bei vielen einmal vor. dieser gedanke, dass man einfach nicht mehr kann und am liebsten nicht mehr aufwachen möchte. bei betroffenen sind diese gedanken schon etwas weiter. für angehörige heißt es daher immer auf einen betroffenen zu achten und auch einmal zwischen den zeilen zu lesen. sobald ein betroffener seine gedanken versucht in die tat umzusetzen, sollte gehandelt werden.

    bei einem todeswunsch gibt es für die betroffenen oftmals keinen anlass. es besteht nur der wunsch, nicht mehr leben zu wollen. warum das so ist, ist für viele betroffene nicht klar zu definieren.


    —– Die große Täuschung: Warum Suizid keine „freie Entscheidung“ sind

    die selbsttötung wird oft als eine logische konsequenz von bestimmten ereignissen und / oder faktoren gesehen.

    ich falle allen zur last, ich bin es nicht wert zu leben, ich habe kein geld, keine arbeit oder freunde, ich bin todkrank oder mein leben ist schlecht, warum soll ich also noch weiterleben?

    mit meinem tod wäre dann alles viel einfacher

    es ist mein freier wille, dass ich nicht mehr leben möchte ….

    das ist leider nicht richtig. es ist nicht der freie wille des betroffenen, der hier die regeln im spiel festlegt. es ist meist eine psychische erkrankung. anders gesagt:

    die gedanken, die zu einer selbsttötung führen, sind nicht das ergebnis der bestehen faktoren (missbrauch etc.), sondern sie werden durch eine psychische erkrankung ausgelöst. hätte der betroffene diese psychische erkrankung nicht, so würde er nie auf die idee kommen, sich selbst zu töten. er würde versuchen, die auslösenden faktoren und / oder ereignisse zu bewältigen und somit sein leben zu ändern.


    „Schuldgefühle sind oft der verzweifelte Versuch deiner Seele, die Kontrolle dort zurückzuholen, wo du damals absolut machtlos warst.“

  • wenn die vergangenheit plötzlich anklopft:

    wenn die vergangenheit plötzlich anklopft:

    über den umgang mit emotionalen triggern


    Wir alle kennen diese Momente: Ein bestimmter Duft in der Luft, und plötzlich stehen wir wieder in der Küche unserer Großmutter. Ein Lied im Radio, und wir fühlen uns wie mit 16 im Sommerurlaub. Erinnerungen können etwas Wunderschönes sein – kleine Zeitkapseln, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

    Doch was, wenn die Zeitreise nicht ins Glück führt, sondern in den Abgrund?

    Wenn Gefühle außer Kontrolle geraten

    Manchmal reicht ein kurzer Filmausschnitt, ein wort, ein geruch oder ein bestimmtes geräusch, und wir werden nicht sanft erinnert, sondern regelrecht in ein tiefes Loch gestürzt. Das ist es, was wir als Trigger bezeichnen.

    Man kann sich das wie eine emotionale Rückblende vorstellen. Unser Gehirn hat ein traumatisches Erlebnis gespeichert, aber im Alltag oft keinen direkten Zugriff darauf – fast wie eine verschlossene Tür. Ein Trigger ist der Schlüssel, der diese Tür ungefragt aufreißt. In Sekunden ist das alte Gefühl wieder da: Panik, Herzrasen, Schweißausbrüche oder eine tiefe, lähmende Trauer.

    Warum trifft es uns so hart?

    Dein Körper weiß in diesem Moment nicht, dass du in Sicherheit bist. Er gibt ein Warnsignal ab und flutet dein System mit dem Stresshormon Cortisol. Du bist im Überlebensmodus. Das Spektrum dieser Auslöser ist dabei so individuell wie wir selbst:

    • Es kann der Ort eines Erlebnisses sein.
    • Eine bestimmte Uhrzeit oder ein Jahrestag.
    • Oder auch ein Thema in den sozialen Medien, das alte Wunden aufreißt.

    Wichtig ist: Nicht jeder, der Schweres erlebt hat, entwickelt Trigger. Aber wer sie hat, wird oft völlig unvorbereitet von ihnen überrumpelt.

    Triggerwarnungen: Hilfe oder Hype?

    Vielleicht hast du sie schon oft auf YouTube oder Instagram gesehen: Triggerwarnungen. Manche belächeln sie, doch für Betroffene sind sie ein wertvoller Schutzschild. Sie geben uns die Freiheit, selbst zu entscheiden: „Bin ich heute stark genug für diesen Inhalt, oder schütze ich mich lieber?“

    Damit das funktioniert, sollten wir achtsam mit dem Begriff umgehen. Wenn wir alles „triggern“ nennen, verliert das Wort seine schützende Kraft.

    Was kannst du tun, wenn es dich erwischt?

    Sich zu Hause einzuschließen, ist leider keine Lösung – Trigger finden uns überall. Die Frage ist also nicht, ob sie kommen, sondern wie wir damit umgehen. Hier sind ein paar Schritte, die dir im Notfall helfen können:

    Hinschreiben statt Fressen: Es kann helfen, die Gefühle zu Papier zu bringen. Das schafft eine visuelle Distanz zwischen dir und dem Trauma.

    Den Körper lesen: Lerne deine Warnsignale kennen. Ballst du die Fäuste? Hältst du die Luft an? Das ist dein Zeichen, achtsam zu werden.

    Der bewusste Rückzug: Wenn dich etwas triggert, geh raus. Schalte den Fernseher aus, schließ den Laptop, verlass den Raum. Es ist kein Weglaufen, es ist Selbstschutz.

    Atmen und Ankommen: Nutze Atemübungen, um deinem Gehirn zu signalisieren: „Ich bin hier. Ich bin in der Gegenwart. Ich bin sicher.“

    Du musst da nicht alleine durch

    Langfristig gesehen ist eine Therapie der goldene Weg. Dort lernst du, das Erlebte so in dein Leben zu integrieren, dass die Erinnerung zwar bleibt, aber nicht mehr die Macht über deinen Körper hat.

    Trigger gehören zu deiner Geschichte, aber sie definieren nicht deine Zukunft. Es ist ein Prozess, sie zu akzeptieren und die Kontrolle Stück für Stück zurückzugewinnen. Du bist damit nicht allein.


    „Trigger sind die emotionalen Abkürzungen unserer Vergangenheit in die Gegenwart.“

  • wenn das licht ausgeht, fängt der kampf erst an: das dilemma mit der insomnie

    wenn das licht ausgeht, fängt der kampf erst an: das dilemma mit der insomnie

    schlaf-wach-störung – 7b2z


    Es klingt so einfach: „Leg dich hin und schlaf dich mal ordentlich aus.“ Doch für mich ist das Bett kein Ort der Erholung, sondern der Schauplatz meines größten nächtlichen Kampfes. Ich leide unter einer massiven Insomnie, und das Wort „Schlafstörung“ beschreibt kaum die Intensität dessen, was ich erlebe.

    Das Gedankenkarussell im Hochgeschwindigkeitsmodus

    Sobald es still wird, beginnt das Gedankenkarussell. Mein Körper ist so extrem innerlich angespannt, dass er den Befehl „Entspannung“ schlichtweg ignoriert. Stellt euch vor, ihr seid zu Tode erschöpft, aber euer System steht auf „Gefechtsstation“. Egal wie müde ich bin – mein Körper weigert sich, die Waffen niederzulegen.

    Wenn „Schlafhygiene“ nicht mehr ausreicht

    Ich habe alles versucht. Ich halte mich strikt an die Regeln der Schlafhygiene, ich meditiere, ich integriere Entspannungstechniken in meinen Alltag. Aber ich muss ehrlich sein: Gegen diese Schwere der Störung kommen Atemübungen allein nicht an.

    Es ist ein Abwärtsstrudel. Die chronische Müdigkeit befeuert meine Dissoziationen und den „starren Blick“. Je erschöpfter ich bin, desto weniger Kontrolle habe ich über meine Psyche.

    Medikamente sind kein Leichtsinn, sondern eine Brücke

    Um den völligen Zusammenbruch zu verhindern, bin ich momentan auf medikamentöse Hilfe angewiesen. Wirkstoffe wie Zopiclon oder Promethazin sind für mich kein Ausdruck von Leichtsinn oder der Wunsch nach einer „Abkürzung“. Sie sind eine notwendige Stütze.

    Sie sind das einzige Mittel, um diesen Teufelskreis aus Anspannung und Erschöpfung für ein paar Stunden zu durchbrechen. Sie schenken mir das Minimum an Erholung, das ich brauche, um am nächsten Tag überhaupt wieder für meinen Heilungsweg funktionsfähig zu sein. Manchmal bedeutet Heilung eben auch, zu akzeptieren, dass man eine chemische Krücke braucht, bis man wieder aus eigener Kraft stehen kann.


    „Wenn die Nacht zum Schlachtfeld wird und Erschöpfung die einzige Konstante bleibt!“

  • zwischen alarmmodus und anker: leben mit k-ptbs

    zwischen alarmmodus und anker: leben mit k-ptbs

    komplexe posttraumatische belästungsstörung – 6b41


    tellt euch vor, euer Körper wäre ein Haus, in dem 24 Stunden am Tag die Alarmanlage schrillt. Nicht, weil gerade jemand einbricht, sondern weil das System vor Jahren gelernt hat, dass die Gefahr niemals wirklich vorbei ist.

    Das ist mein Alltag. Eine dauerhafte, kräftezehrende Alarmbereitschaft.

    Wenn die Gegenwart plötzlich verschwindet

    Frühere Erfahrungen haben sich tief in mein Nervensystem eingebrannt. Mein Körper hat nie gelernt, den „Sicher“-Schalter umzulegen. Ein bestimmter Geruch, ein plötzliches Geräusch oder ein visueller Eindruck – mehr braucht es nicht. Ein einziges „falsches“ Signal katapultiert mich augenblicklich aus dem Hier und Jetzt direkt zurück in die Vergangenheit.

    Das Schlimmste daran? Diese Dissoziationen kommen so abrupt, dass mein Verstand einfach den Dienst quittiert. Es ist, als würde jemand den Stecker ziehen. In diesen Momenten habe ich keine Chance, auf all die mühsam erlernten Skills oder Strategien zuzugreifen. Ich bin dann einfach weg.

    Nächte ohne Frieden

    Selbst wenn die Welt um mich herum still wird, hört der Kampf nicht auf. Die Erschöpfung verfolgt mich bis in den Schlaf. Meine Albträume sind so realistisch, dass ich morgens nicht erholt, sondern völlig zerschlagen aufwache. Diese chronische Müdigkeit macht es fast unmöglich, den nächsten Tag mit all seinen Ängsten zu meistern.

    Mein medizinisches Sicherheitssystem auf vier Pfoten

    In diesem Chaos gibt es jedoch eine Konstante, die mich am Leben hält: Mein Assistenzhund.

    Er ist für mich so viel mehr als ein loyaler Begleiter. Er ist mein medizinisches Sicherheitssystem.

    Der Nachtwächter: Wenn ich nachts in einer Panikattacke oder einem Albtraum feststecke, ist er da. Er weckt mich, unterbricht den Teufelskreis und erinnert mich daran, dass ich in Sicherheit bin.

    Der Vorbote: Er spürt die herannahende Dissoziation oft schon, bevor ich selbst merke, dass ich wegdrifte. Er ist derjenige, der mich aktiv zurückholt und mich im „Jetzt“ fixiert.

    Ohne ihn an meiner Seite würde ich in diesen Krisen buchstäblich untergehen. Er ist der Anker, der mich in dieser Welt festhält. Dank ihm kann ich mich zumindest ein kleines Stück weit sicher fühlen – ein Gefühl, das ich ohne ihn längst verloren hätte.


    „Es ist Zeit, über das zu sprechen, was man nicht sieht, aber jeden Tag fühlt.“

  • wenn die welt immer kleiner wird: mein leben hinter mauern aus angst

    wenn die welt immer kleiner wird: mein leben hinter mauern aus angst

    generalisierte angststörung – 6b00

    soziale angststörung – 6b04

    panikstörung – 6b01


    Es gibt einen Prozess, den man von außen oft nicht sieht: Wie das Leben Stück für Stück schrumpft. Heute stehe ich an einem Punkt, an dem ich fast komplett isoliert bin. Mein Zuhause ist mein einziger Schutzraum, und jede Schwelle, die nach draußen führt, fühlt sich an wie eine unüberwindbare Barriere.

    Ein Radius, der an der Haustür endet

    Wenn ich es überhaupt schaffe, die Sicherheit meiner Wohnung zu verlassen, dann niemals allein. Mein Assistenzhund ist mein Anker, mein Orientierungspunkt und meine Handlungsfähigkeit auf vier Pfoten. Ohne ihn wäre ich draußen verloren.

    Doch selbst mit ihm sind die Grenzen eng gezogen:

    Die Barriere im Kopf: Sogar das Telefon ist ein Feind. Besonders bei Ämtern blockiere ich völlig; die Angst ist dort einfach zu mächtig.

    Menschenmengen und öffentliche Orte: Seit über fünf Jahren meide ich sie komplett.

    Alltagserledigungen: Einkaufen oder Behördengänge? Für mich allein ein Ding der Unmöglichkeit.

    Mein Zuhause – Eine Festung mit Regeln

    Sogar in meinen eigenen vier Wänden ist die Angst präsent. Handwerker oder Bekannte können nicht einfach eintreten. Ich muss sie oft erst mühsam außerhalb der Wohnung „beschnuppern“, bevor sie meine Türschwelle überschreiten dürfen.

    Besonders hart trifft es mich bei der medizinischen Versorgung. Berührungen im Kopf- oder Halsbereich sind für mich unerträglich, und männliche Ärzte lösen solche Panik aus, dass lebenswichtige Behandlungen – sei es beim Zahnarzt oder Optiker – oft schlichtweg nicht stattfinden können.

    Die Last auf vielen Schultern

    Hinter den Diagnosen – Soziale Angst, Panikstörung, Generalisierte Angststörung – steht ein Mensch, der versucht, die Kontrolle über die eigenen Impulse und die emotionale Instabilität nicht zu verlieren.

    In diesem Kampf bin ich nicht allein, aber das macht es nicht immer leichter. Mein Partner managt fast alle meine Kontakte zur Außenwelt. Er ist mein Lebensanker, doch ich sehe auch die enorme Last, die er trägt. Es ist eine Verantwortung, die oft über die Kräfte eines Einzelnen hinausgeht.

    Mein Fazit: Ich brauche Hilfe, um Platz zu finden

    Diesen Text zu schreiben, ist ein Teil meines Weges. Ich merke immer deutlicher: Um in dieser Welt überhaupt noch einen Platz finden zu können, brauche ich umfassende, professionelle Hilfe. Die Mauern sind zu hoch geworden, um sie allein einzureißen.


    „Hier findest du keine Heilversprechen, aber das Versprechen, dass du nicht alleine bist.“

  • moin und willkommen auf meinem digitalem ankerplatz 🌱

    moin und willkommen auf meinem digitalem ankerplatz 🌱

    „Sichtbar machen, was im Stillen kämpft.“

    es ist garnicht so einfach, den ersten satz zu schreiben. wie fängt man an, wenn man ein ganzes leben in ein paar zeilen packen will? vielleicht einfach ganz direkt: ich bin sebastian (im netz oft als mondkind unterwegs), baujahr 1977.

    mein lebensweg war von beginn an alles andere als geradlinig. die ersten 16 jahre meines lebens waren von schweren traumatischen erlebnissen geprägt – erfahrungen, die tiefgreifende spuren in meiner seele hinterlassen haben. seit 2011 lebe ich aufgrund einer komplexen ptbs, angststörungen, dissoziatven anfällen und depressionen mit einer erwerbsminderungsrente. das sind begriffe, die viel gewicht mit sich bringen und meinen radius im leben oft einschränken.

    doch ich habe gelernt: die gesundheit setzt mir grenzen, aber sie definiert nicht, wer ich als mensch bin.

    rückzugsort im grünen 🌱 und der anker auf vier Pfoten  🐾

    heute lebe ich in unserem haus kurz vor den toren hamburgs – nah genug an der stadt für die brise, aber weit genug draußen für die nötige ruhe. diese stille ist für mich kein luxus, sondern lebensnotwendig. mein alltag wird begleitet von zwei treuen seelen auf vier pfoten.

    • apoll: mein ptbs-assistenzhund. seit bald acht jahren ist er mein fels in der brandung, mein schatten und mein anker. er ist weit mehr als ein haustier; er ist der brückenbauer, der mir hilft, wieder kleine schritte in die welt hinauszuwagen.
    • tammy: meine katze und die heimliche chefin im haus. sie sorgt für die nötige portion gelassenheit (und eigensinn).

    Warum ich diesen Blog schreibe

    Ich möchte hier kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Leben mit einer Traumafolgestörung ist oft ein mühsamer Tanz zwischen zwei Schritten vor und einem zurück.

    Hier erzähle ich dir von:

    • Meinem Alltag zwischen stille und Erschöpfung.
    • Dem Leben mit Assistenzhund – was es wirklich bedeutet und wie es heilt.
    • Den Momenten, in denen ich trotz allem das Lachen neu lerne.
    • Dem Mut, den es braucht, mit einer unsichtbaren Behinderung seinen Platz in der Welt zu finden.

    Ich teile meine Geschichte für mich, aber vor allem für dich. Damit du weißt: Auch wenn der Start im Dunkeln lag, darfst du dir dein eigenes Licht suchen.

    Lass uns ein Stück gemeinsam gehen. Ich freue mich, dass du da bist!

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