6b41 – 6b82 – 6a71 – 6a73 – 6b04 – 6b00 – 6b01 – 6b6z – 6d10.z – 6c7z – 7b2z

Schlagwort: ptbs

  • apoll: mein vierbeiniger schutzengel (und vollzeit-schatten)

    apoll: mein vierbeiniger schutzengel (und vollzeit-schatten)


    Was ist eigentlich ein Assistenzhund? Kurz gesagt: Ein vierbeiniger Lebensretter, Therapeut und bester Freund in einer Person. In meinem Fall ist das Apoll, ein stolzer Mischling aus Labrador und Deutschem Bärenhund. Im April 2026 wird er acht Jahre alt – er ist also offiziell ein „Anfangssenior“, auch wenn er das selbst wahrscheinlich ganz anders sieht.

    Ein Job mit 24-Stunden-Einsatz

    Apoll ist nicht einfach nur „da“. Er hat einen hochspezialisierten Job, der mit meinem ersten Blinzeln am Morgen beginnt und erst endet, wenn wir beide tief eingeschlafen sind. Zu seinen Superkräften gehören:

    • Das Frühwarnsystem: Er spürt Anfälle, bevor ich sie selbst bemerke. Er hilft mir, sie entweder abzuwenden oder sicher zu überstehen.
    • Der Albtraum-Jäger: Wenn mich nachts die Dämonen der Vergangenheit einholen, stupst er mich wach und holt mich zurück in die Sicherheit der Realität.
    • Der Alltags-Anker: Er führt mich durch das Chaos im Supermarkt und gibt mir die Orientierung, die mir oft fehlt.

    Ehrlich gesagt: Ohne Apoll wäre ich heute nicht dort, wo ich bin. Er ist mein Fels in der Brandung.

    Wenn man zum „Wir“ verschmilzt

    Das Leben mit einem professionellen Begleiter ist wunderschön, hat aber auch seine Herausforderungen. Apoll hat das Konzept des Alleinseins nie gelernt – warum auch? Sein Job ist es, an mir zu haften wie Kaugummi am Schuh. 24/7, 365 Tage im Jahr.

    Selbst in den seltenen Momenten, in denen er theoretisch nicht mitkommen kann, sieht er mich an, als hätte ich das Hundefutter auf Lebenszeit gestrichen. Die Trennung fällt ihm sichtlich schwer – er nimmt seine Verantwortung eben verdammt ernst!

    Feierabend im Hundeauslauf

    Damit Apoll nicht vergisst, dass er neben seinem Vollzeitjob auch einfach nur Hund sein darf, gehen wir jeden Tag in den Hundeauslauf. Das ist sein absolutes Highlight! Dort trifft er seine „Gang“ – oft eine Truppe von 10 bis 15 Hunden.

    Leider gehört zum Älterwerden auch das Abschiednehmen; zwei seiner Freunde mussten wir in den letzten Jahren bereits ziehen lassen. Umso mehr genießen wir jeden Moment mit der aktuellen Rasselbande. Auch wenn er langsam in das Alter kommt, in dem man über eine Rentenversicherung nachdenken könnte, hoffe ich, dass dieser kräftige Mix mir noch viele Jahre als treuer Partner zur Seite steht.

    Ein Appell an die Höflichkeit: Die Privatsphäre hinter dem Assistenzhund

    Zum Schluss liegt mir noch etwas am Herzen: Eigentlich sollte man meinen, dass Respekt und Höflichkeit gegenüber Fremden selbstverständlich sind. Man fragt niemanden ungebeten nach seiner Behinderung.

    Wenn ihr jemanden mit einem gekennzeichneten Assistenzhund seht – ob im Supermarkt, im Amt oder in der Bahn – dann seid euch bewusst: Dieser Hund hat eine medizinische Notwendigkeit. Die Kennzeichnung ist kein Freifahrtschein für Neugierde. Hinter jedem Assistenzhund steht eine Geschichte, die oft mit Schmerz und Kampf verbunden ist.

    Bitte respektiert unsere Privatsphäre. Ein freundliches Lächeln ist okay – aber lasst uns unseren Weg gehen, so wie ihr euren geht.


    „Früher war ich der mann den man kaum gesehen hat, heute bin ich der mann mit dem tollen Hund.“

  • zwischen alarmmodus und anker: leben mit k-ptbs

    zwischen alarmmodus und anker: leben mit k-ptbs

    komplexe posttraumatische belästungsstörung – 6b41


    tellt euch vor, euer Körper wäre ein Haus, in dem 24 Stunden am Tag die Alarmanlage schrillt. Nicht, weil gerade jemand einbricht, sondern weil das System vor Jahren gelernt hat, dass die Gefahr niemals wirklich vorbei ist.

    Das ist mein Alltag. Eine dauerhafte, kräftezehrende Alarmbereitschaft.

    Wenn die Gegenwart plötzlich verschwindet

    Frühere Erfahrungen haben sich tief in mein Nervensystem eingebrannt. Mein Körper hat nie gelernt, den „Sicher“-Schalter umzulegen. Ein bestimmter Geruch, ein plötzliches Geräusch oder ein visueller Eindruck – mehr braucht es nicht. Ein einziges „falsches“ Signal katapultiert mich augenblicklich aus dem Hier und Jetzt direkt zurück in die Vergangenheit.

    Das Schlimmste daran? Diese Dissoziationen kommen so abrupt, dass mein Verstand einfach den Dienst quittiert. Es ist, als würde jemand den Stecker ziehen. In diesen Momenten habe ich keine Chance, auf all die mühsam erlernten Skills oder Strategien zuzugreifen. Ich bin dann einfach weg.

    Nächte ohne Frieden

    Selbst wenn die Welt um mich herum still wird, hört der Kampf nicht auf. Die Erschöpfung verfolgt mich bis in den Schlaf. Meine Albträume sind so realistisch, dass ich morgens nicht erholt, sondern völlig zerschlagen aufwache. Diese chronische Müdigkeit macht es fast unmöglich, den nächsten Tag mit all seinen Ängsten zu meistern.

    Mein medizinisches Sicherheitssystem auf vier Pfoten

    In diesem Chaos gibt es jedoch eine Konstante, die mich am Leben hält: Mein Assistenzhund.

    Er ist für mich so viel mehr als ein loyaler Begleiter. Er ist mein medizinisches Sicherheitssystem.

    Der Nachtwächter: Wenn ich nachts in einer Panikattacke oder einem Albtraum feststecke, ist er da. Er weckt mich, unterbricht den Teufelskreis und erinnert mich daran, dass ich in Sicherheit bin.

    Der Vorbote: Er spürt die herannahende Dissoziation oft schon, bevor ich selbst merke, dass ich wegdrifte. Er ist derjenige, der mich aktiv zurückholt und mich im „Jetzt“ fixiert.

    Ohne ihn an meiner Seite würde ich in diesen Krisen buchstäblich untergehen. Er ist der Anker, der mich in dieser Welt festhält. Dank ihm kann ich mich zumindest ein kleines Stück weit sicher fühlen – ein Gefühl, das ich ohne ihn längst verloren hätte.


    „Es ist Zeit, über das zu sprechen, was man nicht sieht, aber jeden Tag fühlt.“

  • moin und willkommen auf meinem digitalem ankerplatz 🌱

    moin und willkommen auf meinem digitalem ankerplatz 🌱

    „Sichtbar machen, was im Stillen kämpft.“

    es ist garnicht so einfach, den ersten satz zu schreiben. wie fängt man an, wenn man ein ganzes leben in ein paar zeilen packen will? vielleicht einfach ganz direkt: ich bin sebastian (im netz oft als mondkind unterwegs), baujahr 1977.

    mein lebensweg war von beginn an alles andere als geradlinig. die ersten 16 jahre meines lebens waren von schweren traumatischen erlebnissen geprägt – erfahrungen, die tiefgreifende spuren in meiner seele hinterlassen haben. seit 2011 lebe ich aufgrund einer komplexen ptbs, angststörungen, dissoziatven anfällen und depressionen mit einer erwerbsminderungsrente. das sind begriffe, die viel gewicht mit sich bringen und meinen radius im leben oft einschränken.

    doch ich habe gelernt: die gesundheit setzt mir grenzen, aber sie definiert nicht, wer ich als mensch bin.

    rückzugsort im grünen 🌱 und der anker auf vier Pfoten  🐾

    heute lebe ich in unserem haus kurz vor den toren hamburgs – nah genug an der stadt für die brise, aber weit genug draußen für die nötige ruhe. diese stille ist für mich kein luxus, sondern lebensnotwendig. mein alltag wird begleitet von zwei treuen seelen auf vier pfoten.

    • apoll: mein ptbs-assistenzhund. seit bald acht jahren ist er mein fels in der brandung, mein schatten und mein anker. er ist weit mehr als ein haustier; er ist der brückenbauer, der mir hilft, wieder kleine schritte in die welt hinauszuwagen.
    • tammy: meine katze und die heimliche chefin im haus. sie sorgt für die nötige portion gelassenheit (und eigensinn).

    Warum ich diesen Blog schreibe

    Ich möchte hier kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Leben mit einer Traumafolgestörung ist oft ein mühsamer Tanz zwischen zwei Schritten vor und einem zurück.

    Hier erzähle ich dir von:

    • Meinem Alltag zwischen stille und Erschöpfung.
    • Dem Leben mit Assistenzhund – was es wirklich bedeutet und wie es heilt.
    • Den Momenten, in denen ich trotz allem das Lachen neu lerne.
    • Dem Mut, den es braucht, mit einer unsichtbaren Behinderung seinen Platz in der Welt zu finden.

    Ich teile meine Geschichte für mich, aber vor allem für dich. Damit du weißt: Auch wenn der Start im Dunkeln lag, darfst du dir dein eigenes Licht suchen.

    Lass uns ein Stück gemeinsam gehen. Ich freue mich, dass du da bist!

error: Content is protected !!