6b41 – 6b82 – 6a71 – 6a73 – 6b04 – 6b00 – 6b01 – 6b6z – 6d10.z – 6c7z – 7b2z

Schlagwort: psychisch

  • zwischen alarmmodus und anker: leben mit k-ptbs

    zwischen alarmmodus und anker: leben mit k-ptbs

    komplexe posttraumatische belästungsstörung – 6b41


    tellt euch vor, euer Körper wäre ein Haus, in dem 24 Stunden am Tag die Alarmanlage schrillt. Nicht, weil gerade jemand einbricht, sondern weil das System vor Jahren gelernt hat, dass die Gefahr niemals wirklich vorbei ist.

    Das ist mein Alltag. Eine dauerhafte, kräftezehrende Alarmbereitschaft.

    Wenn die Gegenwart plötzlich verschwindet

    Frühere Erfahrungen haben sich tief in mein Nervensystem eingebrannt. Mein Körper hat nie gelernt, den „Sicher“-Schalter umzulegen. Ein bestimmter Geruch, ein plötzliches Geräusch oder ein visueller Eindruck – mehr braucht es nicht. Ein einziges „falsches“ Signal katapultiert mich augenblicklich aus dem Hier und Jetzt direkt zurück in die Vergangenheit.

    Das Schlimmste daran? Diese Dissoziationen kommen so abrupt, dass mein Verstand einfach den Dienst quittiert. Es ist, als würde jemand den Stecker ziehen. In diesen Momenten habe ich keine Chance, auf all die mühsam erlernten Skills oder Strategien zuzugreifen. Ich bin dann einfach weg.

    Nächte ohne Frieden

    Selbst wenn die Welt um mich herum still wird, hört der Kampf nicht auf. Die Erschöpfung verfolgt mich bis in den Schlaf. Meine Albträume sind so realistisch, dass ich morgens nicht erholt, sondern völlig zerschlagen aufwache. Diese chronische Müdigkeit macht es fast unmöglich, den nächsten Tag mit all seinen Ängsten zu meistern.

    Mein medizinisches Sicherheitssystem auf vier Pfoten

    In diesem Chaos gibt es jedoch eine Konstante, die mich am Leben hält: Mein Assistenzhund.

    Er ist für mich so viel mehr als ein loyaler Begleiter. Er ist mein medizinisches Sicherheitssystem.

    Der Nachtwächter: Wenn ich nachts in einer Panikattacke oder einem Albtraum feststecke, ist er da. Er weckt mich, unterbricht den Teufelskreis und erinnert mich daran, dass ich in Sicherheit bin.

    Der Vorbote: Er spürt die herannahende Dissoziation oft schon, bevor ich selbst merke, dass ich wegdrifte. Er ist derjenige, der mich aktiv zurückholt und mich im „Jetzt“ fixiert.

    Ohne ihn an meiner Seite würde ich in diesen Krisen buchstäblich untergehen. Er ist der Anker, der mich in dieser Welt festhält. Dank ihm kann ich mich zumindest ein kleines Stück weit sicher fühlen – ein Gefühl, das ich ohne ihn längst verloren hätte.


    „Es ist Zeit, über das zu sprechen, was man nicht sieht, aber jeden Tag fühlt.“

error: Content is protected !!