Schlagwort: hilfe

  • der schalter im kopf: wenn das essen die kontrolle übernimmt

    der schalter im kopf: wenn das essen die kontrolle übernimmt

    kennt ihr diesen moment, in dem die welt plötzlich gang eng wird? in dem ein schalter umgelegt wird, den kein wille der welt zurückdrehen kann?

    ich stecke gerade in einem strudel, der mich emotional an meine grenzen bringt. mein essverhalten ist ein extremes hin und her, ein pendel das unerbittlich zwischen zwei polen schwingt: auf der einen seite steht der versuch, fast nichts zu essen, die totale kontrolle. und auf der anderen seite? der plötzliche, völlige kontrollverlust.

    „Deine Diagnose ist ein Kapitel deiner Geschichte, aber sie führt nicht die Feder.“

    wenn binge eating das ruder übernimmt

    es ist dieses typische binge eating, über das so selten offen gesprochen wird. in diesem augenblicken esse ich ohne rücksicht auf verluste, ohne blick auf nährstoffe oder kalorien. es fühlt sich an wie genuss. es fühlt sich an wie zwang.

    was danach bleibt, ist keine sättigung. es ist eine tiefe, bleierne erschöpfung und dieses vernichtende gefühl, die macht über den eigenen körper verloren zu haben. und dann natürlich, drei vier leere tüten chips, zwei drei nutella gläser oder paketeweise eis.

    zwischen hilfe und druck

    mein partner ist wunderbar. er sieht meinen schmerz und versucht mit jeder faser seines wesens, mir zu helfen. aber ich musste schmerzhaft lernen: in den momenten, in denen er versucht, mich direkt aufzuhalten, passiert das gegenteil. der druck steigt ins unermessliche. die scham wird so laut, dass sie alles andere übertönt.

    es ist für uns beide emotional eine enorme zerreißprobe. er will retten, und ich will in diesem moment einfach nur… weg.

    mein anker: die struktur

    was mir aber wirklich hilft – und das ist mein kleiner lichtblick momentan – ist die struktur, die wir gemeinsam zu hause aufgebaut haben.

    • vorbereitung ist schutz: wenn gesunde lebensmittel griffbereit sind, bilden sie eine kleine sicherheitsbarriere
    • schadensbegrenzung: es geht nicht darum, pferfekt zu sein, sondern darum, die intensität der stürme abzumildern
    • ruhe einkehren lassen: diese etablierten routinen geben mir den halt, den mein kopf in den dunklen momenten verliert

    es ist ein erster schritt. ein bedeutender schritt, um etwas ruhe in dieses chaos zu bringen. ich lerne gerade, dass heilung kein gerader weg ist, sondern oft aus dem mutigen eingestehen der eigenen hilfslosigkeit.

    an dich da draußen: falls du dich in diesen zeilen wiedererkennst – du bist nicht „schwach“ oder „disziplinlos“. du kämpfst einen harten kampf. und es ist okay, sich hilfe zu suchen.

  • moin und willkommen auf meinem digitalem ankerplatz 🌱

    moin und willkommen auf meinem digitalem ankerplatz 🌱

    es ist garnicht so einfach, den ersten satz zu schreiben. wie fängt man an, wenn man ein ganzes leben in ein paar zeilen packen will? vielleicht einfach ganz direkt: ich bin sebastian (im netz oft als mondkind unterwegs), baujahr 1977.

    mein lebensweg war von beginn an alles andere als geradlinig. die ersten 16 jahre meines lebens waren von schweren traumatischen erlebnissen geprägt – erfahrungen, die tiefgreifende spuren in meiner seele hinterlassen haben. seit 2011 lebe ich aufgrund einer komplexen ptbs, angststörungen, dissoziatven anfällen und depressionen mit einer erwerbsminderungsrente. das sind begriffe, die viel gewicht mit sich bringen und meinen radius im leben oft einschränken.

    „Sichtbar machen, was im Stillen kämpft.“

    doch ich habe gelernt: die gesundheit setzt mir grenzen, aber sie definiert nicht, wer ich als mensch bin.

    rückzugsort im grünen 🌱 und der anker auf vier Pfoten  🐾

    heute lebe ich in unserem haus kurz vor den toren hamburgs – nah genug an der stadt für die brise, aber weit genug draußen für die nötige ruhe. diese stille ist für mich kein luxus, sondern lebensnotwendig. mein alltag wird begleitet von zwei treuen seelen auf vier pfoten.

    • apoll: mein ptbs-assistenzhund. seit bald acht jahren ist er mein fels in der brandung, mein schatten und mein anker. er ist weit mehr als ein haustier; er ist der brückenbauer, der mir hilft, wieder kleine schritte in die welt hinauszuwagen.
    • tammy: meine katze und die heimliche chefin im haus. sie sorgt für die nötige portion gelassenheit (und eigensinn).

    Warum ich diesen Blog schreibe

    Ich möchte hier kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Leben mit einer Traumafolgestörung ist oft ein mühsamer Tanz zwischen zwei Schritten vor und einem zurück.

    Hier erzähle ich dir von:

    • Meinem Alltag zwischen stille und Erschöpfung.
    • Dem Leben mit Assistenzhund – was es wirklich bedeutet und wie es heilt.
    • Den Momenten, in denen ich trotz allem das Lachen neu lerne.
    • Dem Mut, den es braucht, mit einer unsichtbaren Behinderung seinen Platz in der Welt zu finden.

    Ich teile meine Geschichte für mich, aber vor allem für dich. Damit du weißt: Auch wenn der Start im Dunkeln lag, darfst du dir dein eigenes Licht suchen.

    Lass uns ein Stück gemeinsam gehen. Ich freue mich, dass du da bist!

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