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Kategorie: mein leben

Wer bin ich und wie wurde ich zu dem Menschen, der ich heute bin? In dieser Kategorie blicke ich zurück auf die Stationen meines Lebens. Von den ersten Schritten und Kindheitserinnerungen über die prägenden Jahre des Erwachsenwerdens bis hin zu meiner heutigen Situation. Diese Sammlung ist ein persönliches Mosaik aus Erlebnissen, Träumen und Herausforderungen, die mich geformt haben. Ein Ort für meine Geschichte – ganz ohne Filter, von den Anfängen bis ins Jetzt.

  • „es war meine schuld“ – warum wir uns nach einem trauma oft selbst anklagen

    „es war meine schuld“ – warum wir uns nach einem trauma oft selbst anklagen

    schuld & trauma


    Nach einem schweren Unfall, einer Gewalterfahrung oder einer Katastrophe bleibt oft nicht „nur“ die Angst. Was viele Betroffene im Stillen quält, sind Gefühle, über die man nur schwer spricht: Schuld und Scham.

    Vielleicht kennst du diese quälenden Sätze: „Hätte ich doch nur besser aufgepasst.“ oder „Warum habe ich nicht schneller reagiert?“ Obwohl du das Opfer der Situation warst, suchst du die Verantwortung bei dir selbst. Das klingt paradox, oder? Aber deine Psyche hat einen Grund dafür.

    Schuld als verzweifelter Schutzmechanismus

    Es ist schwer zu ertragen, aber Schuldgefühle erfüllen in unserem Kopf oft eine Funktion. Sie sind – so seltsam es klingt – ein Rettungsanker gegen die totale Ohnmacht.

    Wunsch nach Sicherheit: Wer glaubt, selbst schuld zu sein, behält die Hoffnung, es „nächstes Mal“ durch besseres Verhalten verhindern zu können. Absolute Hilflosigkeit hingegen fühlt sich lebensgefährlich an.

    Die Illusion von Kontrolle: Wenn du dir einredest, dass du einen Fehler gemacht hast, bedeutet das im Umkehrschluss: Du hättest es verhindern können. Das ist für unser Gehirn oft leichter zu ertragen, als zu akzeptieren, dass wir dem Chaos der Welt absolut hilflos ausgeliefert waren.

    Der feine Unterschied: Schuld vs. Scham

    In der Therapie unterscheidet man oft zwischen diesen beiden Gefühlen, weil sie sich unterschiedlich anfühlen:

    Scham sagt: „Ich bin schlecht.“ Scham greift deinen Selbstwert an. Sie sorgt dafür, dass wir uns verstecken und isolieren, weil wir glauben, nicht mehr „richtig“ oder wertvoll zu sein.

    Schuld sagt: „Ich habe etwas Schlechtes getan.“ Es bezieht sich auf dein Handeln.

    Wenn Täter die Rollen vertauschen (Schuldumkehr)

    Besonders schmerzhaft wird es bei zwischenmenschlicher Gewalt. Täter nutzen oft Manipulation, um die Verantwortung auf dich abzuwälzen („Du hast mich provoziert“). Wenn du das lange genug hörst, fängst du an, deine eigene Wahrnehmung anzuzweifeln. Das nennt man Schuldumkehr – und es ist ein Teil der Verletzung, die du erlitten hast, nicht die Wahrheit über dich.

    Der Weg zurück zu dir selbst

    Die Arbeit an diesen Gefühlen ist ein riesiger Teil der Heilung. Es geht nicht darum, das Geschehene kleinzureden, sondern die Verantwortung dorthin zurückzugeben, wo sie wirklich hingehört.

    Neue Perspektiven: In der Therapie lernst du Schritt für Schritt, die alten, dunklen Überzeugungen über dich selbst durch Mitgefühl zu ersetzen.

    Verständnis (Psychoedukation): Verstehe, dass dein Gehirn versucht hat, dich durch die Schuldgefühle vor der Ohnmacht zu schützen. Es war ein Überlebensmechanismus.

    Validierung: Deine Gefühle dürfen da sein. Aber sie sind kein Beweis für deine Schuld. Du darfst dir sagen: „Es war schlimm, es tut weh – aber ich trage keine Verantwortung für das, was mir angetan wurde.“

    Ein kleiner Gedanke zum Schluss:

    Wenn ein guter Freund oder freundin dir diese Geschichte erzählen würde – würdest du ihn / sie verurteilen? Wahrscheinlich nicht. Du hättest Mitgefühl. Versuche heute, dir selbst ein kleines bisschen von diesem Mitgefühl zu schenken. Du hast das Überleben geschafft – und das war bereits eine unglaubliche Leistung.


    „Schuldgefühle sind oft der verzweifelte Versuch deiner Seele, die Kontrolle dort zurückzuholen, wo du damals absolut machtlos warst.“

  • moin und willkommen auf meinem digitalem ankerplatz 🌱

    moin und willkommen auf meinem digitalem ankerplatz 🌱

    „Sichtbar machen, was im Stillen kämpft.“

    es ist garnicht so einfach, den ersten satz zu schreiben. wie fängt man an, wenn man ein ganzes leben in ein paar zeilen packen will? vielleicht einfach ganz direkt: ich bin sebastian (im netz oft als mondkind unterwegs), baujahr 1977.

    mein lebensweg war von beginn an alles andere als geradlinig. die ersten 16 jahre meines lebens waren von schweren traumatischen erlebnissen geprägt – erfahrungen, die tiefgreifende spuren in meiner seele hinterlassen haben. seit 2011 lebe ich aufgrund einer komplexen ptbs, angststörungen, dissoziatven anfällen und depressionen mit einer erwerbsminderungsrente. das sind begriffe, die viel gewicht mit sich bringen und meinen radius im leben oft einschränken.

    doch ich habe gelernt: die gesundheit setzt mir grenzen, aber sie definiert nicht, wer ich als mensch bin.

    rückzugsort im grünen 🌱 und der anker auf vier Pfoten  🐾

    heute lebe ich in unserem haus kurz vor den toren hamburgs – nah genug an der stadt für die brise, aber weit genug draußen für die nötige ruhe. diese stille ist für mich kein luxus, sondern lebensnotwendig. mein alltag wird begleitet von zwei treuen seelen auf vier pfoten.

    • apoll: mein ptbs-assistenzhund. seit bald acht jahren ist er mein fels in der brandung, mein schatten und mein anker. er ist weit mehr als ein haustier; er ist der brückenbauer, der mir hilft, wieder kleine schritte in die welt hinauszuwagen.
    • tammy: meine katze und die heimliche chefin im haus. sie sorgt für die nötige portion gelassenheit (und eigensinn).

    Warum ich diesen Blog schreibe

    Ich möchte hier kein Blatt vor den Mund nehmen. Das Leben mit einer Traumafolgestörung ist oft ein mühsamer Tanz zwischen zwei Schritten vor und einem zurück.

    Hier erzähle ich dir von:

    • Meinem Alltag zwischen stille und Erschöpfung.
    • Dem Leben mit Assistenzhund – was es wirklich bedeutet und wie es heilt.
    • Den Momenten, in denen ich trotz allem das Lachen neu lerne.
    • Dem Mut, den es braucht, mit einer unsichtbaren Behinderung seinen Platz in der Welt zu finden.

    Ich teile meine Geschichte für mich, aber vor allem für dich. Damit du weißt: Auch wenn der Start im Dunkeln lag, darfst du dir dein eigenes Licht suchen.

    Lass uns ein Stück gemeinsam gehen. Ich freue mich, dass du da bist!

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