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Kategorie: hilfe

Den richtigen Weg im Dschungel der Hilfsangebote zu finden, ist nicht immer leicht. In dieser Kategorie sammle ich nützliche Ressourcen, Anlaufstellen und Informationen zu verschiedenen Hilfsangeboten. Ob es um finanzielle Unterstützung für Assistenzhunde, rechtliche Beratung oder soziale Dienste geht – hier findest du eine strukturierte Übersicht und praktische Tipps, die den Alltag erleichtern und Türen öffnen können.

  • wenn das leben wehtut: warum wir uns manchmal selbst schaden

    wenn das leben wehtut: warum wir uns manchmal selbst schaden

    selbstverletzendes und selbstschädigendes verhalten


    Wir alle haben Strategien, um mit Stress oder Schmerz umzugehen. Doch was passiert, wenn diese Strategien gegen uns selbst gerichtet sind? Oft beginnt es schleichend – mit einer Zigarette mehr, dem riskanten Fahrstil oder dem Griff zum Alkohol.

    Hinter „riskantem Verhalten“ steckt oft viel mehr als nur Leichtsinn. Es ist ein unbewusster Schrei nach Entlastung.

    riskantes verhalten kann als selbstschädigend betrachtet werden, da es zu körperlichen, emotionalen und sozialen schäden führen kann. risikoverhalten bezieht sich auf verhaltensweisen, die bewusst oder unbewusst ein hohes risiko für verletzungen, krankheiten oder andere negative folgen bergen.

    einige beispiele für riskantes verhalten, das als selbstschädigend betrachtet werden kann, sind:

    • rauchen von zigaretten oder tabakprodukten,
    • die das risiko von herz-kreislauf-erkrankungen, krebs und anderen gesundheitlichen problemen erhöhen können.
    • fahren unter dem einfluss von alkohol oder drogen, was zu unfällen, verletzungen und sogar zum tod führen kann.
    • unprotected sex, dass das risiko von sexuell übertragbaren krankheiten und ungewollten schwangerschaften erhöht.
    • übermäßiger alkoholkonsum, der zu lebererkrankungen, herzproblemen und anderen gesundheitlichen problemen führen kann.
    • extremsportarten und andere aktivitäten mit hohem verletzungsrisiko, die zu körperlichen verletzungen und sogar zum tod führen können.

    insgesamt kann riskantes verhalten zu einer beeinträchtigten lebensqualität, beziehungsproblemen, arbeitsplatzproblemen und anderen schwierigkeiten führen. es ist wichtig, dass menschen, die riskantes verhalten zeigen, professionelle hilfe suchen, um ihr verhalten zu ändern und ihre lebensqualität zu verbessern.

    „Sucht als Schutzschild: Wenn das Verlangen stärker ist als die Selbstfürsorge“

    „sucht“ kann als selbstschädigendes verhalten betrachtet werden, da es sich um ein verhalten handelt, das zu körperlichen, psychischen und sozialen schäden führen kann. sucht bezieht sich auf eine abhängigkeit von einer substanz oder einem verhalten, die dazu führt, dass eine person ihr verhalten trotz negativer konsequenzen fortsetzt.

    einige beispiele für selbstschädigendes verhalten im zusammenhang mit sucht sind:

    • alkohol- und drogenmissbrauch, der zu lebererkrankungen, herzproblemen, gedächtnisverlust und anderen gesundheitlichen problemen führen kann.
    • glücksspielsucht, die zu finanziellen schwierigkeiten und emotionalen belastungen führen kann.
    • internetabhängigkeit, die zu sozialer isolation, schlafstörungen und anderen problemen führen kann.
    • essstörungen, wie z.b. anorexie oder bulimie, die zu körperlichen schäden und ernährungsbedingten krankheiten führen können.

    insgesamt kann selbstschädigendes verhalten im zusammenhang mit sucht zu einer beeinträchtigten lebensqualität, beziehungsproblemen, arbeitsplatzproblemen und anderen schwierigkeiten führen. es ist wichtig, dass menschen, die von sucht betroffen sind, professionelle hilfe suchen, um ihre abhängigkeit zu überwinden und ihre lebensqualität zuverbessern.

    Wenn die Seele hungert: Essstörungen als stumme Begleiter

    besonders unter den frauen, welche an einer psychischen erkrankung erkrankt sind, kommen essstörungen hinzu. dabei handelt es sich zumeist um eine esssucht oder eine ess-brech-sucht. beides sind folgen des typischen impulsiven verhaltens, welches nicht kontrolliert werden kann.

    —– esssucht / fresssucht

    immer wieder hört man, dass menschen aus lauter frust essen. die tüte chips oder die tafel schokolade sind da weit verbreitet. damit sollen die unangenehmen gefühle, wie zum beispiel wut und ärger weggewischt werden.

    zum problem wird dieses verhalten jedoch, wenn dies der einzige weg ist, mit solchen gefühlen umzugehen. so kann das essen schnell zur sucht werden.

    man spricht von einer esssucht, wenn die folgenden punkte erfüllt sind:

    • essen ist zwanghaft und nicht kontrollierbar
    • essen, bis man umgangssprachlich platzt
    • das herunterschlingen von essen
    • essen, ohne dass man hunger hat
    • wiederkehrende fressanfälle. zwei davon pro woche über mindestens 6 monate
    • allein essen aus scham vor anderen
    • ekel nach dem essen, vor sich selbst und der nahrung
    • leiden an schuldgefühlen, depressionen oder selbstvorwürfen nach dem essen.

    —– ess brech sucht (bulimie)

    die fressattacken erfolgen mit meist leicht zu verzehrenden nahrungsmitteln, welche zusätzlich auch noch viel kalorien enthalten. zu einer bulimie gehört aber immer der gedanke, dass man möglichst dünn sein möchte. so wird nach den fressattacken, dass eben gegessene durch erbrechen oder abführmittel wieder abgeführt. fressattacken sind für die betroffenen nicht zu kontrollieren. es entsteht ein minderwertigkeitsgefühl und / oder ein gefühl der schwäche. dadurch entstehen immer wieder neue emotionelle krisen, welche dann wieder zu einer fressattacke führen.

    eine bulimie schädigt den körper des betroffenen sehr stark. es kommt zu kreislaufproblemen, herzproblemen, zu veränderungen in der speiseröhre und der magenschleimhaut und zu zahnschäden durch die magensäure. alle eventuellen schäden hier jetzt aufzuzählen, wäre zu lang und würde den rahmen sprengen.

     man spricht von einer bulimie, wenn:

    • keine kontrolle über sich während der einnahme der nahrungsmittel besteht
    • das gerade gegessene umgehend erbrochen oder durch andere mittel wieder abgeführt wird.
    • zweimal in der woche gegessen und gebrochen / abgeführt wird und dies über mindestens zwei monate

    —– magersucht (anorexie)

    nur in wenigen fällen wird bei betroffenen der persönlichkeitsstörung eine magersucht festgestellt. unter magersucht versteht man ein verhalten, welches ein zwanghaftes hungern auslöst. bei vielen menschen taucht immer wieder gedanke auf, dass man annehmen möchte oder sollte, da man ein gewichtsproblem hat. diese gedanken bestehen bei betroffenen dauerhaft. sie fühlen sich immer zu dick und zu unansehnlich.

    der magersüchtige hat aber tatsächlich hunger und auch ein hungergefühl. er zwingt sich aber immer dazu, nichts zu essen. eine magersucht kann zu vielen körperlichen problemen führen. zum beispiel:

    • ein gestörter hormonhaushalt
    • der blutdruck sinkt stark ab
    • die periode bleibt aus
    • der stoffwechsel geht auf sparflamme, da ihm nicht genügend nahrung zugeführt wird
    • es kann zur blutarmut kommen
    • depressionen und schlafstörungen

    eine magersucht ist häufig tödlich. fast jeder zehnte betroffener stirbt daran und selbst bei den übrigen bleiben zumeist dauerhafte schäden zurück.

    wir sprechen von einer magersucht, wenn:

    • das abnehmen nur allein durch das nichtessen und / oder abführen erfolgt
    • in sehr kürzer zeit mindestens 20 % des körpergewichts verloren werden
    • zu starkes und / oder übermäßiges trainieren

    die symptome der magersucht, sind:

    • das leben, sowie die gedanken und das handeln drehen sich nur ums körpergewicht
    • man muss im leben immer perfekt sein oder versucht es wenigstens zu sein
    • ständige angst das man zu dick ist
    • mangel an einsicht. es ist doch normal, dass man auf sein

    gewicht achtet, es aber nicht merkt, dass man schon viel zu dünn istein guter Freund oder freundin dir diese Geschichte erzählen würde – würdest du ihn / sie verurteilen? Wahrscheinlich nicht. Du hättest Mitgefühl. Versuche heute, dir selbst ein kleines bisschen von diesem Mitgefühl zu schenken. Du hast das Überleben geschafft – und das war bereits eine unglaubliche Leistung.

    —– binge eating

    binge-eating führt immer wieder periodisch zu fressattacken. das essen wird im gegensatz zur ess-brech- sucht danach nicht abgeführt.

    der betroffene kann mit diesem verhalten seine emotionalen bedürfnisse befriedigen. die gefühle wie trauer, einsamkeit, wut oder angst, werden dadurch für kurze seit in den hintergrund gestellt.

    anzeichen einer binge-eating-störung sind:

    • eine sättigung bleibt aus
    • schlingen von essen
    • die gefühle von schuld und scham nach der attacke
    • betroffene legen versteckte vorräte an

    Die große Frage nach dem „Warum“

    ein selbstschädigendes verhalten wird meist als krankhaft beschrieben. aber wiederum ist ein selbstschädigendes verhalten auch ein gesellschaftlich anerkanntes phänomen. wer würde denn den gang tätowieren oder das setzen piercings als selbstschädigendes verhalten ansehen! gleiches gilt auch beim alkohol, trinken oder dem rauchen. man sieht also, es gibt auch ein selbstschädigendes verhalten, welches nicht mit einer erkrankung verbunden ist.

    wo ziehen wir die grenzen?

    dies hängt zu großen teilen von der jeweiligen definition einer gesellschaft ab. es gibt zum beispiel menschen / personen und / oder völker, bei denen es normal ist, sich die haut an armen, beinen und gesicht einzuschneiden. bei uns wäre so ein verhalten schon eine definition von „krank“. aber so ein verhalten ist nur dann krankhaft, wenn man dies aus einem inneren zwang heraus betreibt. den zwang, sich selbst zu schädigen und damit bestimmte gefühle und / oder reaktionen zu erreichen.

    die hauptursache dieser zwänge ist immer eine psychische erkrankung. als hintergrund einer psychischen erkrankung steh bei den meisten betroffenen ein in der vergangenheit erlittener körperlicher, seelischer oder sexueller missbrauch, eine vernachlässigung und das nicht erlernen von gefühlen.

    äußere einflüsse und auch gefühle lösen bei den betroffenen ab einem bestimmten punkt (reizschwelle) den drang aus, sich selbst zu verletzten. für außenstehende ist es oft nicht zu verstehen und es mag auch bei den oft großen wunden nicht so aussehen, die betroffenen haben nicht die absicht, sich mit den verletzungen zu töten.

    wenn wunden sprechen!

    eine selbstschädigung kann oftmals auch ein hilferuf oder abel an andere sein. das selbstschädigende verhalten wird also als sprache verwendet, um sich anderen zu zuwenden. betroffene wollen sich so ihrer umwelt mitteilen, dass es dinge gibt, über die sich nicht oder noch nicht sprechen können oder weil es für sie einfach unmöglich ist, das erlebte in worte zu fassen. dieses verhalten sieht man oft nach einem krieg, einer vergewaltigung oder einem sexuellen missbrauch.

    Wenn Aufmerksamkeit zur Überlebensstrategie wird

    nach den selbstverletzungen bemerkt, der betroffene die reaktionen seiner umwelt. es besteht meist eine angst oder ein entsetzen und oftmals auch eine hilfsbereitschaft. die betroffenen nehmen die reaktionen genau wahr und nutzen sie oft auch zu ihren gunsten aus.

    zum beispiel:

    • „mir geht es heute ganz schlecht. ich ritze mich mal, dann wird sich um mich gekümmert.“

    so erzeugen betroffene eine aufmerksamkeit, welche ihnen sonst nicht zugetragen wird.

    Die letzte Schwelle: wenn das leben zur unerträglichen last wird

    das größtmögliche selbstschädigende verhalten ist das herbeiführen seines eigenen todes. besonders angehörige sollten dies immer im hinterkopf behalten.

    —– wann sollte man genau hinschauen?

    selbstmordgefährdung?

    man spricht von einer neigung zur selbsttötung, wenn:

    • gestiken auf eine selbsttötung hinweisen
    • ein eindeutiger todeswunsch besteht
    • es bereits zu versuchen einer selbsttötung gekommen ist
    • die gedanken sich ständig um selbsttötung oder die mittel drehen

    —– Wenn das „Nicht-mehr-Können“ zum Dauerzustand wird

    bei den betroffenen drehen sich die gedanken viel um den tod. wie wäre die welt ohne mich, was würden andere denken, wenn ich es mache, wie könnte ich es machen? solche denkweisen beherrschen das denken eines betroffenen immer zu.

    das denken an solche dinge kommt bestimmt bei vielen einmal vor. dieser gedanke, dass man einfach nicht mehr kann und am liebsten nicht mehr aufwachen möchte. bei betroffenen sind diese gedanken schon etwas weiter. für angehörige heißt es daher immer auf einen betroffenen zu achten und auch einmal zwischen den zeilen zu lesen. sobald ein betroffener seine gedanken versucht in die tat umzusetzen, sollte gehandelt werden.

    bei einem todeswunsch gibt es für die betroffenen oftmals keinen anlass. es besteht nur der wunsch, nicht mehr leben zu wollen. warum das so ist, ist für viele betroffene nicht klar zu definieren.


    —– Die große Täuschung: Warum Suizid keine „freie Entscheidung“ sind

    die selbsttötung wird oft als eine logische konsequenz von bestimmten ereignissen und / oder faktoren gesehen.

    ich falle allen zur last, ich bin es nicht wert zu leben, ich habe kein geld, keine arbeit oder freunde, ich bin todkrank oder mein leben ist schlecht, warum soll ich also noch weiterleben?

    mit meinem tod wäre dann alles viel einfacher

    es ist mein freier wille, dass ich nicht mehr leben möchte ….

    das ist leider nicht richtig. es ist nicht der freie wille des betroffenen, der hier die regeln im spiel festlegt. es ist meist eine psychische erkrankung. anders gesagt:

    die gedanken, die zu einer selbsttötung führen, sind nicht das ergebnis der bestehen faktoren (missbrauch etc.), sondern sie werden durch eine psychische erkrankung ausgelöst. hätte der betroffene diese psychische erkrankung nicht, so würde er nie auf die idee kommen, sich selbst zu töten. er würde versuchen, die auslösenden faktoren und / oder ereignisse zu bewältigen und somit sein leben zu ändern.


    „Schuldgefühle sind oft der verzweifelte Versuch deiner Seele, die Kontrolle dort zurückzuholen, wo du damals absolut machtlos warst.“

  • wenn die vergangenheit plötzlich anklopft:

    wenn die vergangenheit plötzlich anklopft:

    über den umgang mit emotionalen triggern


    Wir alle kennen diese Momente: Ein bestimmter Duft in der Luft, und plötzlich stehen wir wieder in der Küche unserer Großmutter. Ein Lied im Radio, und wir fühlen uns wie mit 16 im Sommerurlaub. Erinnerungen können etwas Wunderschönes sein – kleine Zeitkapseln, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

    Doch was, wenn die Zeitreise nicht ins Glück führt, sondern in den Abgrund?

    Wenn Gefühle außer Kontrolle geraten

    Manchmal reicht ein kurzer Filmausschnitt, ein wort, ein geruch oder ein bestimmtes geräusch, und wir werden nicht sanft erinnert, sondern regelrecht in ein tiefes Loch gestürzt. Das ist es, was wir als Trigger bezeichnen.

    Man kann sich das wie eine emotionale Rückblende vorstellen. Unser Gehirn hat ein traumatisches Erlebnis gespeichert, aber im Alltag oft keinen direkten Zugriff darauf – fast wie eine verschlossene Tür. Ein Trigger ist der Schlüssel, der diese Tür ungefragt aufreißt. In Sekunden ist das alte Gefühl wieder da: Panik, Herzrasen, Schweißausbrüche oder eine tiefe, lähmende Trauer.

    Warum trifft es uns so hart?

    Dein Körper weiß in diesem Moment nicht, dass du in Sicherheit bist. Er gibt ein Warnsignal ab und flutet dein System mit dem Stresshormon Cortisol. Du bist im Überlebensmodus. Das Spektrum dieser Auslöser ist dabei so individuell wie wir selbst:

    • Es kann der Ort eines Erlebnisses sein.
    • Eine bestimmte Uhrzeit oder ein Jahrestag.
    • Oder auch ein Thema in den sozialen Medien, das alte Wunden aufreißt.

    Wichtig ist: Nicht jeder, der Schweres erlebt hat, entwickelt Trigger. Aber wer sie hat, wird oft völlig unvorbereitet von ihnen überrumpelt.

    Triggerwarnungen: Hilfe oder Hype?

    Vielleicht hast du sie schon oft auf YouTube oder Instagram gesehen: Triggerwarnungen. Manche belächeln sie, doch für Betroffene sind sie ein wertvoller Schutzschild. Sie geben uns die Freiheit, selbst zu entscheiden: „Bin ich heute stark genug für diesen Inhalt, oder schütze ich mich lieber?“

    Damit das funktioniert, sollten wir achtsam mit dem Begriff umgehen. Wenn wir alles „triggern“ nennen, verliert das Wort seine schützende Kraft.

    Was kannst du tun, wenn es dich erwischt?

    Sich zu Hause einzuschließen, ist leider keine Lösung – Trigger finden uns überall. Die Frage ist also nicht, ob sie kommen, sondern wie wir damit umgehen. Hier sind ein paar Schritte, die dir im Notfall helfen können:

    Hinschreiben statt Fressen: Es kann helfen, die Gefühle zu Papier zu bringen. Das schafft eine visuelle Distanz zwischen dir und dem Trauma.

    Den Körper lesen: Lerne deine Warnsignale kennen. Ballst du die Fäuste? Hältst du die Luft an? Das ist dein Zeichen, achtsam zu werden.

    Der bewusste Rückzug: Wenn dich etwas triggert, geh raus. Schalte den Fernseher aus, schließ den Laptop, verlass den Raum. Es ist kein Weglaufen, es ist Selbstschutz.

    Atmen und Ankommen: Nutze Atemübungen, um deinem Gehirn zu signalisieren: „Ich bin hier. Ich bin in der Gegenwart. Ich bin sicher.“

    Du musst da nicht alleine durch

    Langfristig gesehen ist eine Therapie der goldene Weg. Dort lernst du, das Erlebte so in dein Leben zu integrieren, dass die Erinnerung zwar bleibt, aber nicht mehr die Macht über deinen Körper hat.

    Trigger gehören zu deiner Geschichte, aber sie definieren nicht deine Zukunft. Es ist ein Prozess, sie zu akzeptieren und die Kontrolle Stück für Stück zurückzugewinnen. Du bist damit nicht allein.


    „Trigger sind die emotionalen Abkürzungen unserer Vergangenheit in die Gegenwart.“

  • „es war meine schuld“ – warum wir uns nach einem trauma oft selbst anklagen

    „es war meine schuld“ – warum wir uns nach einem trauma oft selbst anklagen

    schuld & trauma


    Nach einem schweren Unfall, einer Gewalterfahrung oder einer Katastrophe bleibt oft nicht „nur“ die Angst. Was viele Betroffene im Stillen quält, sind Gefühle, über die man nur schwer spricht: Schuld und Scham.

    Vielleicht kennst du diese quälenden Sätze: „Hätte ich doch nur besser aufgepasst.“ oder „Warum habe ich nicht schneller reagiert?“ Obwohl du das Opfer der Situation warst, suchst du die Verantwortung bei dir selbst. Das klingt paradox, oder? Aber deine Psyche hat einen Grund dafür.

    Schuld als verzweifelter Schutzmechanismus

    Es ist schwer zu ertragen, aber Schuldgefühle erfüllen in unserem Kopf oft eine Funktion. Sie sind – so seltsam es klingt – ein Rettungsanker gegen die totale Ohnmacht.

    Wunsch nach Sicherheit: Wer glaubt, selbst schuld zu sein, behält die Hoffnung, es „nächstes Mal“ durch besseres Verhalten verhindern zu können. Absolute Hilflosigkeit hingegen fühlt sich lebensgefährlich an.

    Die Illusion von Kontrolle: Wenn du dir einredest, dass du einen Fehler gemacht hast, bedeutet das im Umkehrschluss: Du hättest es verhindern können. Das ist für unser Gehirn oft leichter zu ertragen, als zu akzeptieren, dass wir dem Chaos der Welt absolut hilflos ausgeliefert waren.

    Der feine Unterschied: Schuld vs. Scham

    In der Therapie unterscheidet man oft zwischen diesen beiden Gefühlen, weil sie sich unterschiedlich anfühlen:

    Scham sagt: „Ich bin schlecht.“ Scham greift deinen Selbstwert an. Sie sorgt dafür, dass wir uns verstecken und isolieren, weil wir glauben, nicht mehr „richtig“ oder wertvoll zu sein.

    Schuld sagt: „Ich habe etwas Schlechtes getan.“ Es bezieht sich auf dein Handeln.

    Wenn Täter die Rollen vertauschen (Schuldumkehr)

    Besonders schmerzhaft wird es bei zwischenmenschlicher Gewalt. Täter nutzen oft Manipulation, um die Verantwortung auf dich abzuwälzen („Du hast mich provoziert“). Wenn du das lange genug hörst, fängst du an, deine eigene Wahrnehmung anzuzweifeln. Das nennt man Schuldumkehr – und es ist ein Teil der Verletzung, die du erlitten hast, nicht die Wahrheit über dich.

    Der Weg zurück zu dir selbst

    Die Arbeit an diesen Gefühlen ist ein riesiger Teil der Heilung. Es geht nicht darum, das Geschehene kleinzureden, sondern die Verantwortung dorthin zurückzugeben, wo sie wirklich hingehört.

    Neue Perspektiven: In der Therapie lernst du Schritt für Schritt, die alten, dunklen Überzeugungen über dich selbst durch Mitgefühl zu ersetzen.

    Verständnis (Psychoedukation): Verstehe, dass dein Gehirn versucht hat, dich durch die Schuldgefühle vor der Ohnmacht zu schützen. Es war ein Überlebensmechanismus.

    Validierung: Deine Gefühle dürfen da sein. Aber sie sind kein Beweis für deine Schuld. Du darfst dir sagen: „Es war schlimm, es tut weh – aber ich trage keine Verantwortung für das, was mir angetan wurde.“

    Ein kleiner Gedanke zum Schluss:

    Wenn ein guter Freund oder freundin dir diese Geschichte erzählen würde – würdest du ihn / sie verurteilen? Wahrscheinlich nicht. Du hättest Mitgefühl. Versuche heute, dir selbst ein kleines bisschen von diesem Mitgefühl zu schenken. Du hast das Überleben geschafft – und das war bereits eine unglaubliche Leistung.


    „Schuldgefühle sind oft der verzweifelte Versuch deiner Seele, die Kontrolle dort zurückzuholen, wo du damals absolut machtlos warst.“

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