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Kategorie: dissoziative störung

  • wenn das licht ausgeht, fängt der kampf erst an: das dilemma mit der insomnie

    wenn das licht ausgeht, fängt der kampf erst an: das dilemma mit der insomnie

    schlaf-wach-störung – 7b2z


    Es klingt so einfach: „Leg dich hin und schlaf dich mal ordentlich aus.“ Doch für mich ist das Bett kein Ort der Erholung, sondern der Schauplatz meines größten nächtlichen Kampfes. Ich leide unter einer massiven Insomnie, und das Wort „Schlafstörung“ beschreibt kaum die Intensität dessen, was ich erlebe.

    Das Gedankenkarussell im Hochgeschwindigkeitsmodus

    Sobald es still wird, beginnt das Gedankenkarussell. Mein Körper ist so extrem innerlich angespannt, dass er den Befehl „Entspannung“ schlichtweg ignoriert. Stellt euch vor, ihr seid zu Tode erschöpft, aber euer System steht auf „Gefechtsstation“. Egal wie müde ich bin – mein Körper weigert sich, die Waffen niederzulegen.

    Wenn „Schlafhygiene“ nicht mehr ausreicht

    Ich habe alles versucht. Ich halte mich strikt an die Regeln der Schlafhygiene, ich meditiere, ich integriere Entspannungstechniken in meinen Alltag. Aber ich muss ehrlich sein: Gegen diese Schwere der Störung kommen Atemübungen allein nicht an.

    Es ist ein Abwärtsstrudel. Die chronische Müdigkeit befeuert meine Dissoziationen und den „starren Blick“. Je erschöpfter ich bin, desto weniger Kontrolle habe ich über meine Psyche.

    Medikamente sind kein Leichtsinn, sondern eine Brücke

    Um den völligen Zusammenbruch zu verhindern, bin ich momentan auf medikamentöse Hilfe angewiesen. Wirkstoffe wie Zopiclon oder Promethazin sind für mich kein Ausdruck von Leichtsinn oder der Wunsch nach einer „Abkürzung“. Sie sind eine notwendige Stütze.

    Sie sind das einzige Mittel, um diesen Teufelskreis aus Anspannung und Erschöpfung für ein paar Stunden zu durchbrechen. Sie schenken mir das Minimum an Erholung, das ich brauche, um am nächsten Tag überhaupt wieder für meinen Heilungsweg funktionsfähig zu sein. Manchmal bedeutet Heilung eben auch, zu akzeptieren, dass man eine chemische Krücke braucht, bis man wieder aus eigener Kraft stehen kann.


    „Wenn die Nacht zum Schlachtfeld wird und Erschöpfung die einzige Konstante bleibt!“

  • wenn mein Kopf den Stecker zieht: Leben mit einer dissoziativen Störung

    wenn mein Kopf den Stecker zieht: Leben mit einer dissoziativen Störung

    dissoziative störung – 6b6z


    Es gibt Momente, in denen die Welt um mich herum einfach verschwindet. Kein lauter Knall, kein Vorwarnlicht – mein Gehirn entscheidet schlichtweg, dass es gerade „zu viel“ ist, und zieht den Stecker.

    Bei mir wurde eine dissoziative Störung diagnostiziert. Was technisch klingt, fühlt sich im Alltag oft an, als würde ich plötzlich in ein tiefes Loch aus Watte fallen. Ausgelöst wird das meist durch ganz banale Reize in meiner Umgebung: ein zu grelles Licht, zu viele Stimmen gleichzeitig oder ein Geruch, den mein Unterbewusstsein als „Gefahr“ einstuft.

    Der Nebel, der alles anhält

    Wenn dieser Zustand eintritt, nennt man das Dissoziation. Für mich fühlt es sich so an:

    • Die totale Blockade: In diesem Moment ist mein Kopf wie eingefroren. Komplexe Aufgaben – und dazu gehört leider auch das Fahren eines Autos – sind absolut unmöglich zu bewältigen.
    • Der starre Blick: Meine Augen finden keinen Fixpunkt mehr. Ich starre ins Leere, bin innerlich völlig abwesend. Es ist kein Tagträumen, sondern eine unwillkürliche Schutzreaktion meines Körpers auf Überforderung.
    • Orientierungslosigkeit: Von einer Sekunde auf die nächste weiß ich nicht mehr, wo ich bin. Mein Wachheitsgrad sinkt rapide, so als würde sich ein dichter, grauer Nebel über meine Gedanken legen.

    Der Preis der Sicherheit

    man Diese Aussetzer haben eine Konsequenz, die mich schwer trifft: Ich darf momentan kein Auto fahren. Natürlich halte ich mich strikt an dieses ärztliche Verbot. Die Sicherheit anderer und meine eigene gehen vor – da gibt es keine Diskussion. Aber ich will ehrlich zu euch sein: Es ist eine enorme Belastung. Es fühlt sich an, als hätte ich ein Stück meiner Freiheit und meiner Identität an der Garderobe abgegeben.

    Wenn Abhängigkeit die Beziehung prüft

    Besonders schwer wiegt die Situation für meinen Partner. Er ist nun mein „Tor zur Welt“. Ob Termine, Einkäufe oder einfach mal rauskommen – ich bin ständig auf ihn angewiesen.

    Das tut weh. Vor allem an Tagen, an denen es ihm selbst nicht gut geht, wenn er eigentlich Ruhe bräuchte oder einfach mal „Feierabend“ vom Alltag haben möchte. Dann wird die Abhängigkeit fast greifbar. Es entstehen emotionale Situationen, die uns beide an unsere Grenzen bringen. Wir fühlen uns oft beide gefangen: Er in der Rolle des ständigen Versorgers, ich in der Rolle der Hilfsbedürftigen, die sich um ihn sorgt, während er mich chauffiert.

    Warum ich das teile

    ich schreibe das nicht, um mitleid zu wecken. ich schreibe es, damit klar wird: das hier ist ein täglicher harter kampf gegen eine tiefgreifende psychische instabilität. es ist kein „nicht wollen“, sondern ein zeitweise „nicht können“.

    ich lerne jeden tag neu, diesen inneren sturm zu sehen, bevor er mich wegweht. es ist ein verdammt langer weg, aber ich gehe ihn.


    „Sichtbar machen, was im Stillen kämpft.“

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